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Queer-Sachen 

 

Zu diesem Thema kam ich in den späten 1960er Jahren aus eigener Betroffenheit. Damals hieß das Gebiet ‚Homosexualität‘, danach ‚Gay Studies‘, gegenwärtig ‚Queer-Theorie‘ – und irgendwann könnte die Thematik erschöpft sein, bis sie sehr viel später unter neuem Namen wieder auftaucht. An der Bremer Universität konnte ich in den Jahren vor der Tausenderwende für einige Jahre die ‚Schwul-Lesbischen Studien‘ etablieren – mit Lehre, Forschung und Veröffentlichungen. 

 

Nachdem meine beiden Ausbildungen als Jurist und als Soziologe Ende 1967 abgeschlossen waren und mir überraschend der Berufseinstieg in die Wissenschaft mit der damals ganz ungewöhnlichen Kombination der beiden Fächer gelungen war, startete ich meine erste Forschung zur Justizsoziologie. Mein Blick ging aber in die Breite, vor allem zu Themen in Politik und Kultur. 1969 war der Homosexuellenparagraph des Strafrechts weitgehend aufgehoben worden; die Betroffenen wagten sich nun weiter hervor. Eine Frage war: Wie würde sich die strafrechtliche Liberalisierung gesellschaftlich auswirken? Ich bedachte und schrieb zum Thema: Entstigmatisierung durch Gesetzgebung. Das passte auch zur Rechtssoziologie. Mit dem (nicht betroffenen) Kollegen Hanns Wienold entwickelte ich ein empirisches Projekt zum Einstellungswandel in der Bevölkerung. Neben die Freigabe der Erwachsenenhomosexualität stellten wir die familienrechtliche Neuordnung für ledige Mütter und ihre (damals noch: „unehelichen“) Kinder. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanzierte die umfangreiche Befragung einer großen repräsentativen Bevölkerungsstichprobe. Meine Hinwendung zur Homosexuellenforschung nahm ihren Lauf; ich begriff sie als teils rechtssoziologisch, teils ‚nebenberuflich‘, also als Zusatz zu der Arbeit, für die ich engagiert worden war. Diese Eigenwilligkeit ist nie beanstandet worden. 

 

Über die ersten drei Jahrzehnte dieser Tätigkeit habe ich 1997 in einem Buch berichtet: Der Homosexuelle und sein Publikum. Ein Spagat zwischen Wissenschaft und Subkultur (192 Seiten, Hamburg: Verlag MännerschwarmSkript). Der Band enthält frühere Aufsätze und nennt jeweils den Kontext der Entstehung. 

 

 

Ausgewählte Publikationen 

zur Homosexualitäts- und Queer-Forschung 

 

Karl Heinrich Ulrichs als Forscher im Diskurs seiner Zeit und in der Nachwirkung

In: Jens Dobler u.a., Invictus – Unbesiegt. Karl Heinrich Ulrichs zum 200. Geburtstag. Berlin: Männerschwarm Verlag, S. 9-57, 2025. --> Downloads

 

Hinter den sieben Bergen. Der Rechtsanwalt Hans Holbein aus Apolda – ein bürgerlicher Queeraktivist vor hundert Jahren.

In: Jahrbuch Sexualitäten 2022, Göttingen: Wallstein Verlag, S. 33-55, 2022.

 

Zur Lebensqualität älterer Menschen in queeren Milieus. 

In: M. Staats, Hgb.: Lebensqualität, Weinheim: Beltz Juventa, S. 633-645, 2021. 

 

Schließung und Öffnung in der Sexualkultur, am Beispiel der Heteronormativität. 

In: T. Benkel, S. Lewandowski, Hgb.: Kampfplatz Sexualität. Normalisierung – Widerstand – Anerkennung, Bielefeld: transcript, S. 25-38, 2021. 

 

Vom Nutzen des Vergleichs – Abschied von der Opferkonkurrenz. 

In: A. Zinn, Hgb.: Homosexuellenverfolgung im regionalen Vergleich, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 435-449, 2020. 

 

Engführungen des Erinnerns an die NS-Homosexuellenrepression und an die Shoa. 

In: D. Henke, T. Vannasche, Hgb., Ko-Erinnerung: Grenzen, Herausforderungen und Perspektivendes neueren Shoagedenkens. Berlin: de Gruyter, S. 175-192, 2020

 

Paradoxe Effekte einer Problemgruppenkonstruktion. Repression und Emanzipation der Homosexuellen seit 1850. 

In: D. Negnal, Hgb., Die Problematisierung sozialer Gruppen in Staat und Gesellschaft, Wiesbaden: Springer VS, S. 295-319, 2019. 

 

Diversität und Einheit. Die NS-Homosexuellenrepression in der Erinnerungskultur. 

In: Invertito. Jahrbuch für die Geschichte der Homosexualitäten 21, S. 224-247, 2019. 

 

Guy Hocquenghem– wiedergelesen. 

In: H.-J. Voß, Hgb., Die Idee der Homosexualität musikalisieren. ZurAktualität von Guy Hocquenghem, Gießen: Psychosozial-Verlag, S. 37-76, 2018. 

 

Queerness. Theorie und Politik der Geschlechtlichkeit. 

In: Forum Wissenschaft 35, Nr. 3, S. 8-12, 2018. 

 

Homosexualität und Homophobie – ein Trajekt der westlichen Spätmoderne. 

In: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften 29, Nr. 2, S. 36-58, 2018. 

 

Halbiertes Heilen einer Grundrechtsverletzung. Wie die Strafopfer des Homosexuellenparagrafen rehabilitiert werden. 

In: Grundrechte-Report 2018, Frankfurt/M.: Fischer, S. 22-25, 2018.

 

Die soziokulturelle Lebensqualität von Lesben und Schwulen im Alter. 

In: R. Lottmann u.a.. Hgb.: Homosexualität_en und Altern. Ergebnisse aus Forschung und Praxis. Wiesbaden: Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 15-50, 2016. 

 

Artikel ‚Pink Triangle’. 

In N. Naples, Hgb.: The Wiley-Blackwell Encyclopedia of Gender and Sexuality Studies, Hoboken/N.J.: John Wiley, 2016. 

 

Der ‚erste Schwule’? Heinrich Hössli neu lesen. 

In: Capri 50, S. 108-119, 2016. 

 

Wie korrigiert der Rechtsstaat sein falsches Recht? Die Problematik des verfassungswidrigen Homosexuellenparagraphen. 

In: Recht und Politik 51, Heft 1, S. 12-19, 2015. 

 

Preußisch-deutscher Militarismus und Homophobie. 

In: Invertito. Jahrbuch für die Geschichte der Homosexualitäten 16, S. 69-102, 2015. 

 

Schwule Klienten in der queeren Sozialarbeit. 

Mit Dominik Sommer, in: Forum Sozial, Heft 2, S. 21-25 und Heft 3, S. 40-44, 2014. 

 

Capricen. Momente schwuler Geschichte

Hgb., 300 S., Hamburg: Männerschwarm Verlag, 2014

 

Ein homophober Kriegsgeneral: Karl v. Einem (1853 bis 1934). 

In: Capricen, S. 135-155, 2014. 

 

Was ist Homosexualität? Forschungsgeschichte, gesellschaftliche Entwicklungen und Perspektiven

Hgb. mit F. Mildenberger, J. Evans, J. Pastötter, 576 S., Hamburg: Männerschwarm Verlag, 2014. 

 

Willkür im Rechtsgewand: Strafverfolgung im NS-Staat. 

In: M. Schwartz, Hgb.: Homosexuelle im Nationalsozialismus. Zeitgeschichte im Gespräch 18, S. 35-42, 2014. 

 

Eine Lebenswelt im Schatten der Kriminalisierung – der Homosexuellenparagraph als Kollektivschädigung. 

In: LADS, Hgb.‚ § 175 StGB – Rehabilitation der nach 1945 verurteilten homosexuellen Männer. Berlin: Senatorin für Soziales, S. 71-93, 2012. 

 

Eine rückwirkende Aufhebung rechtsstaatlicher Gesetze und Urteile? Zur staatstheoretischen Problematik. 

In: LADS, Hgb.‚ § 175 StGB – Rehabilitation der nach 1945 verurteilten homosexuellen Männer. Berlin: Senatorin für Soziales, S. 94-102, 2012. 

 

Historische Schuld. Der Homosexuellenparagraph in der frühen Bundesrepublik. 

In: Invertito. Jahrbuch für die Geschichte der Homosexualitäten 13, S. 173-184, 2012. 

 

Emanzipation und Repression – Fallstricke der Geschichte. 

In: G. Grau, Hgb.: Lexikon zur Homosexuellenverfolgung 1933-1945. Berlin: Lit, S. 3-12, 2011. 

 

The social order of commemoration. Why Jehovah’s Witnesses, Gays and ‹Criminals› were remembered so late. 

In: J.-D. Steinert u.a., Hgb.: Beyond Camps and Forced Labour. Osnabrück:Secolo Verlag: 850-864, 2008. 

 

Die soziale Ordnung des Gedenkens. Opfergruppen in den nationalsozialistischen

Konzentrationslagern. 

In: D. Klimke, Hgb.: Exklusion in der Marktgesellschaft. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 281-299, 2008. 

 

Queering in der Lebenswelt von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender,

Intersexuellen. 

In: A. Pretzel u.a., Hgb.: Queering. Lesarten und Positionen zur Queer-Theorie. Reinhausen: Akademie Waldschlösschen, S. 31-44, 2008. 

 

Warum vergisst die Geschichtsschreibung zur späten DDR den Beitrag der Lesben und Schwulen? 

In: Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, Hgb.: Lesben und Schwule in der DDR. Halle/

Saale, S. 117-135, 2008. 

 

Artikel ‹Homosexualität› und ‹Lebenspartnerschaft›. 

In: Evangelisches Staatslexikon, 4. Aufl. Stuttgart: Kohlhammer, S. 967-970 bzw. 1416-1418, 2006. 

 

Vilklårene for homoseksuelle i Nazistenes konsentrasjonsleire. 

In: P. O. JohansenHgb.: Pa siden av rettsoppgjoret. Oslo: Unipub forlag, S. 257-269, 2006. 

 

Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen und Transgender-Themen in Forschung und Lehre. 

In: Dokumente lesbisch-schwuler Emanzipation Nr. 21. Berlin: Senatsverwaltung für Bildung, S.  32-39, 2005. 

 

Sexualität, Kultur, Gesellschaft. Grundkurs Homosexualität und Gesellschaft I. 

79 S., Reinhausen: Akademie Waldschlösschen, 2003. 

 

Nationalsozialistischer Terror gegen Homosexuelle. Verdrängt und ungesühnt. 

Hgb. mit Burkhard Jellonnek, 428 S., Paderborn: Ferdinand Schöningh, 2002

 

Geschichte und Politik. Paradigmen der nationalsozialistischen Homosexuellenverfolgung. 

In: Nationalsozialistischer Terror gegen Homosexuelle, S. 41-54, 2002. 

 

La persecuzione degli omosessuali nel Terzo Reich. 

In: Circolo Pink, Hgb.: Le ragioni di un silenzio. La persecuzione degli omosessuali durante il nazismo e il fascismo. Verona, S. 38-48, 2002. 

 

Masse und Minderheit am Beispiel der Homosexuellen. 

In: J. Pattillo-Hess u.a., Hgb.: Die sexuellen Verwandlungsverbote, 13. Canetti-Symposion. Wien: Löcker, S. 73-84, 2001. 

 

Schwulenpolitik nach der Jahrhundertwende: Chancen für neue Utopien? 

In: G. Grau, Hgb.: Perspektiven im vereinigten Deutschland. Hamburg: MännerschwarmSkript, S. 154-162, 2001. 

 

Ausgrenzung macht krank. Homosexuellenfeindschaft und HIV-Infektionen. 

Mit Jörg Hutter und Volker Koch-Burghardt. 198 S., Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, 2000.

 

Homosexuelle in den Konzentrationslagern. Zum Stand der Forschung. 

In: O. Mussmann/KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Hgb.: Homosexuelle in Konzentrationslagern. Berlin: Westkreuz-Verlag, S. 31-38, 2000. 

 

Nichts für ungut! Kommentierende Bemerkungen zur Forschungslage über den rosa Winkel im Konzentrationslager.

In: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Hgb.: Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland. Bremen: Edition Temmen, S. 104-111, 1999. 

 

WerkstattTexte der SchwulLesbischen Studien Bremen. 

Hgb., vier Bände (von: Frank Schemmann; Andrea Thamm; Joachim Schledt; Kirsten Plötz). Hamburg: MännerschwarmSkript 1996 bis 1999. 

 

Sozialwissenschaftliche Studien zur Homosexualität. 

Hgb., sieben Bände (von: W.U. Eissler; Jutta Brauckmann; Rolf Pingel/Wolfgang Trautvetter; Ilse Kokula; Angela Taeger; Thijs Maasen; Volker Koch-Burghardt). Berlin: Verlag rosa Winkel, 1980 bis 1997. 

 

Preben Hertoft, Sexologisches Wörterbuch. 

Hgb. der deutschen Ausgabe. 218 S., Köln: Deutscher Ärzte Verlag, 1992. 

 

Homosexualität als Innovation der Moderne. Eine kulturgeschichtliche Perspektive. 

In: Zeitschrift für Fragen des Glaubens 39, Heft 2, S. 51-55, 1998. 

 

Dissidenz als Haltung, Außenseiter als Thema. 

In: Kriminologisches Journal 30, S. 42-46, 1998. 

 

The Pink Triangle: Homosexuals as ‹Enemies of the State›. 

In: M. Berenbaum u.a., Hgb.: The Holocaust and History. Bloomington: Indiana University Press, S. 345-357, 1998. 

 

Gleichgeschlechtliche Partnerschaften im Aufwind – Verrechtlichung im Zwielicht. 

In: Österreichisches Institut für Familienforschung, Hg.: Lebens- und Familienformen – Tatsachen und Normen. Wien, S. 115-120, 1998. 

 

Das erotische Tabu zwischen den Generationen. 

In: H.-G. Stümke, Hg b.: Älter werden wir umsonst. Berlin: Verlag rosa Winkel, S. 232-242, 1998. 

 

Über homosexuelle Identität.

In: B. Hey u.a., Hgb.: Que(e)rdenken, Innsbruck: Studien Verlag: 131-141, 1997. Erweiterte

Fassung in: M. Herzer, Hgb.: 100 Jahre Schwulenbewegung. Berlin: Verlag rosa Winkel, S. 145-156, 1998. 

 

Der Homosexuelle und sein Publikum. Ein Spagat zwischen Wissenschaft und Subkultur

192 S., Hamburg: MännerschwarmSkript, 1997

 

Die Trojanischen Pferde der Homopolitik. 

In: D. Grumbach, Hgb.: Was heißt hier schwul? Politik und Identitäten im Wandel. Hamburg: MännerschwarmSkript, S. 57-69, 1997. 

 

Germany. 

Mit Rainer Hoffmann, Jörg Hutter, in: D. J. West u.a., Hgb.: Sociolegal Control of Homosexuality. A Multi-Nation Comparison. New York: Plenum, S. 255-268, 1997. 

 

Die Eltern als Begleiter beim Homosexuellwerden. 

In: Sexuologie 3, S. 218-234, 1995. 

 

‹Du bleibst mein Sohn!› Homosexuelle und ihre Mütter. 

In: A. Garbrecht, Hgb.: Mütter und Söhne – die längste Liebe der Welt. Hamburg: Ingrid Klein, S. 175-187, 1995. 

 

Homosexualität. Handbuch der Theorie- und Forschungsgeschichte. 

Hgb., 417 S., Frankfurt/M.: Campus, 1993. 

 

Homosexualität? Die Liebe zum eigenen Geschlecht in der modernen Konstruktion. 

In: H. Puff, Hgb.: Lust, Liebe, Angst und Provokation. Homosexualität in der modernen Gesellschaft. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 15-37, 1993. 

 

Männerliebe im alten Deutschland. 

Hgb. mit Angela Taeger. 268 S., Berlin: Verlag rosa Winkel, 1993. 

 

Typen des Stigma-Managements und sexuellen Handlungsstils bei homosexuellen Männern. 

Mit Jörg Hutter und Volker Koch, in: C. Lange, Hgb.: Aids – eine Forschungsbilanz. Berlin: Edition Sigma, S. 139-153, 1993. 

 

Moral, Wissenschaft und Strafrecht – am Beispiel der Begründung zum Homosexuellenparagraphen im 19. Jahrhundert.

In: D. Frehsee u.a., Hgb.: Strafrecht, soziale Kontrolle, soziale Disziplinierung. Jahrbuch für Rechtssoziologie und Rechtstheorie 15. Opladen: Westdeutscher Verlag, S. 258-270, 1993. 

 

Unter Frauen – unter Männern: homosexuelle Liebesbeziehungen. 

Mit Rainer Hoffmann. Lising Pagenstecher, in: M. v. Salisch u.a., Hgb.: Zwischenmenschliche Beziehungen. Göttingen: Verlag für Psychologie, S. 195-211, 1992. 

 

Zwischen Revolte und Integration. Die Links-Rechts-Polarität in den schwullesbischen Bewegungen. 

In: Vorgänge. Zeitschrift für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik 31, Heft 5, S. 72-82, 1992. 

 

Im Spannungsfeld zwischen Religion und Sexualität. 

In: Schwulenreferat im Allgemeinen Studentenausschuss der Freien Universität Berlin, Hgb.: Homosexualität und Wissenschaft II. Berlin: Verlag rosa Winkel, S. 141-153, 1992. 

 

Das Verbrechen der widernatürlichen Unzucht: seine Grundlegung in der preußischen Gesetzesrevision des 19. Jahrhunderts.

In: Kritische Justiz 25. S. 294-315, 1992. 

 

Homosexuellenberatung. Klinik oder Politik. 

In: Beratung muß kein Problem sein. Zehn Jahre Schwulenberatung im Kommunikations- und Beratungszentrum homosexueller Frauen und Männer e. V., Berlin. Berlin: Verlag rosa Winkel, S. 19-22, 1991. 

 

Gay Prisoners in Concentration Camps compared with Jehovah‘s Witnesses and Political Prisoners. 

In: M. Berenbaum, Hgb.: A Mosaic of Victims: Non-Jews Persecuted and Murdered by the Nazis. New York: New York University Press, S. 200-206, 1990. 

 

Categorization in concentration camps as a collective fate. 

In: Journal of Homosexuality 19, Nr. 1, S. 67-88, 1990. 

 

Mann-männliche Prostitution. Sexuelle Interaktion und sexuelle Identität. 

In: Katholische Sozialethische Arbeitsstelle, Hgb.: Strichjungen – Fakten zur männlichen Prostitution. Hamm: Hoheneck, S. 7-16, 1990. 

 

Eine historisch-soziologische Untersuchung zum Sittlichkeitsstrafrecht im RStGB von 1871. 

In: W. Hoffmann-Riem u.a., Hgb.: Rechtssoziologie in der Deutschen Demokratischen Republik und in der Bundesrepublik Deutschland. Baden-Baden: Nomos, S. 168-176, 1990. 

 

Homosexuals in Nazi Germany (Review Richard Plant, The Pink Triangle). 

In: Simon Wiesenthal Center Annual 5, S. 269-275, 1989. 

 

Sittlichkeit und Politik. § 175 im Zweiten Deutschen Reich (1871–1919). 

Mit Angela Taeger, in: G. Kaiser u.a., Hgb.: Kriminologische Forschung in den 80er Jahren, Band 2. Freiburg i. Br.: Max-Planck- Institut, S. 573-590, 1988. 

 

Über homosexuelle Partnerschaften gestern und heute. 

Vorrede zu: R. Pingel, W. Trautvetter: Homosexuelle Partnerschaften. Berlin: Verlag rosa

Winkel, S. 7-14, 1987. 

 

Homosexualität: Krankheit oder Spielart? Was die Wissenschaften über Homosexualität gedacht und gesagt haben. 

In: Evangelische Akademie Iserlohn, Hgb.: Homosexualität: Information – Diskussion – Beurteilung. Iserlohn, S. 32-49. 1986. 

 

Gli omosessuali nei campi di concentramento nazisti. 

In: M. Sherman, Hgb.: Nazismo, fascismo e omosessualità. Torino: Edizioni gruppo abele, S. 89-99, 1984. 

 

Scheinfamilie, Zweckgebilde oder Liebesnest? Über homosexuelle Partnerschaften. 

In: Widersprüche. Zeitschrift für sozialistische Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich 4, Heft 13, S. 33-38, 1984. 

 

Gay relations in Nazi-Germany. 

In: M. Duyves u.a., Hgb.: Among men, among women. Sociological and historical recognition of homosocial arrangements. Amsterdam: University of Amsterdam. S. 101-112., 1983. 

 

The pink triangle. The persecution of homosexual males in Concentration Camps in Nazi Germany. 

In: Journal of Homosexuality 6 (1-2), S. 141-160, 1981. 

 

Rechtspolitisches Gutachten zu § 175. 

In: H.-G. Stümke u.a., Hgb.: Homosexuelle. und ‹Gesundes Volksempfinden› von Auschwitz bis heute. Reinbek: Rowohlt, S. 495-498, 1981. 

 

Wen beschützt der Homosexuellenparagraph?

In: Friedrich-Naumann-Stiftung, Hgb.: Dokumentation § 175. Bonn: Liberal, S. 109-116 und 128-134, 1981. 

 

‹Hauptdevise: bloß nicht anecken›. Das Leben homosexueller Männer unter dem Nationalsozialismus. 

In: J. Beck u.a., Hgb.: Terror und Hoffnung in Deutschland. Reinbek: Rowohlt, S. 366-390, 1980. 

 

Homosexuellenfrage und feministische Strategie. 

In: M. Janssen-Jurreit, Hgb.: Frauenprogramm – Gegen Diskriminierung. Gesetzgebung – Aktionspläne – Selbsthilfe. Reinbek: Rowohlt, S. 250-259, 1979. 

Nachdruck in I. Lenz, Hgb.: Die Neue Frauenbewegung in Deutschland. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 737-740, 2008. 

 

Homosexualität als Thema der Wissenschaft. 

In: Evangelische Akademie Rheinland-Westfalen, Hgb.: Homosexualität. Anfragen an Gesellschaft, Erziehung und Seelsorge. Mülheim/Ruhr, S. 2-18, 1979. 

 

Homosexuelle als Indiz? 

In: Komitee für Grundrechte und Demokratie, Hgb.: Freiheit + Gleichheit 1, Sensbachtal, S.  41-45. 

 

Das soziale Abwehrsystem gegen sexuelle Abweichung, insbesondere Homosexualität. 

Bericht zum Forschungsprojekt: Entstigmatisierung durch Gesetzgebung. Mit Hanns Wienold. 348 S., Bremen, Münster (vervielf. Typoskript) 1978. 

 

Wie man Außenseiter draußen hält. Zur Kriminal- und Ordnungspolitik gegenüber homosexuellen Männern und Frauen.

In: Kritische Justiz 12, S. 1-21, 1979. 

 

Seminar: Gesellschaft und Homosexualität

Mit Beiträgen weiterer Autor:innen. 570 S., Frankfurt/M.: Suhrkamp 1977 (2. Aufl.

1984). 

 

Homosexualität und Normalität. Vom Irrtum unserer Kategorien. 

Mit Rolf Gindorf, in: Vorgänge. Zeitschrift für Gesellschaftspolitik 13, Heft 4, S. 108-

116, 1974. Nachdruck in: I. Kerscher, Hgb.: Konfliktfeld Sexualität. Neuwied: Luchterhand, S. 119-129. 1974. 

 

Stigma Homosexualität. Falscher Ansatz der Forschung verstärkt Vorurteile. 

In: Sexualmedizin 3 S. 443-446, 1974. Nachdruck in: I. Kerscher, Hgb.: Konfliktfeld Sexualität. Neuwied: Luchterhand, S. 131-140, 1974. 

 

 

SchwulLesbische  Studien 

an der Universität Bremen (1995 bis 1998)

 

Zu meinen Forschungsaktivitäten zählte seit 1971 die Untersuchung der antihomosexuellen Diskriminierung in Geschichte und Gegenwart der deutschen Gesellschaften. Damals, die »widernatürliche Unzucht« unter Erwachsenen war gerade entkriminalisiert worden, reichte ich bei der DFG einen Antrag ein, um die Akzeptanz und Auswirkungen der betreffenden Gesetzgebung zu analysieren. Daraus entstand eine großangelegte Befragung der bundesdeutschen Bevölkerung. Das Thema hat mich nicht mehr losgelassen – und ich dieses Thema nicht.

 

Im einzelnen berichtete darüber die gesonderte Homepage zu den »SchwulLesbischen Studien Bremen« , die wir zwischen 1995 und 1999 an der Universität betreiben konnten. Und so sahen wir - drei Frauen, drei Männer - damals aus:

In einer Aufsatzsammlung aus dem Jahre 1997 habe ich meinen Weg dokumentiert und mit Anmerkungen aus heutiger Sicht versehen – eine kleine schwul-intellektuelle Autobiographie. Am Ende befindet sich dort ein Verzeichnis meiner »einschlägigen« Veröffentlichungen. Kurz & gut hat Sabine Hark das Büchlein besprochen, im Rahmen ihrer Bereichsrezension zur Soziologie der Sexualität in der »Soziologischen Revue« (2001, S. 379-380):

 

RÜDIGER LAUTMANN, Der Homosexuelle und sein Publikum. Ein Spagat zwischen Wissenschaft und Subkultur. Hamburg: MännerschwarmSkript 1997, 192 S., kt. DM 30.

 

Rüdiger Lautmann gilt als Nestor der sozialwissenschaftlich orientierten Forschung zu Homosexualität. Nicht zuletzt geht die bislang in der BRD einmalig gebliebene universitäre Institutionalisierung von "Schwullesbischen Studien" an der Universität Bremen vor allem auf sein nicht ermüdendes Bemühen zurück. So bewegt sich sein wissenschaftliches Denken und politisches Engagement seit bald drei Dekaden im spannungsreichen Dreieck von Wissenschaft, institutioneller Politik und Schwulenbewegung bzw. schwuler Subkultur. Im Laufe dieser Jahrzehnte hat er die Geschichte schwuler Emanzipation seit der Liberalisierung des § 175 im Jahre 1969 intensiv begleitet und manch kontroverses Thema aufgegriffen, etwa die Kießling-Affäre 1984, das umstrittene Thema Pädophilie Mitte der neunziger Jahre oder die Frage der gleichgeschlechtlichen Ehe bereits 1991. Der vorliegende Band versammelt Vorträge und Essays aus dem gesamten Zeitraum und Themenspektrum, die vom Autor aus aktueller Sicht noch einmal kommentiert, in den Kontext der damaligen Debatten gestellt und um die Reaktionen seiner jeweiligen Publika ergänzt werden. Herausgekommen ist nicht nur ein lesenwertes Lesebuch der Geschichte der sozialwissenschaftlichen Homosexualitätsforschung sowie der schwulen Emanzipationsbewegung, sondern auch der Soziologie und der Bundesrepublik zwischen den siebziger und neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts.

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