AKTUELLES

 

 

Kalender 

 

 

14. September 2020,  13.30 – 16.30 Uhr

40. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, TU Berlin (digital)

Leitung der Arbeitsgruppe: China und Deutschland: Wechselseitige Spannungsverhältnisse in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur 

 

 

21. November 2020,   Lutherstadt Wittenberg

Tagung von Studienstiftlern*,   Thema: Sexualität im öffentlichen Diskurs

  • Workshop:  Gesellschaft, Subjekt und Sexualität 

 

  • Abendvortrag:  Sexualkulturen – historisch und interkulturell 

 

 

 

Im Jahr 2020 erschienen bislang: 

 

 

Singularität, Moral, Kollektiv. In: Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft 6, Nr. 1, S. 15-44, 2020. 

Kritik am Prüfungswesen – damals und heute. In: Zeitschrift für Didaktik der Rechtswissenschaft 7 Heft 2, S. 92-127, 2020. 

Rosa Winkel, Auschwitz und Erinnerungskultur. In: Joanna Ostrowska, Joanna Talewicz-Kwiatkowska, Lutz van DijkHg., Erinnern in Auschwitz – auch an sexuelle Minderheiten. Berlin: Querverlag, S. 101-112, 2020. 

Engführungen des Erinnerns an die NS-Homosexuellenrepression und an die Shoa. In: Daniela Henke, Tom Vannasche (Hgb.), Ko-Erinnerung: Grenzen, Herausforderungen und Perspektivendes neueren Shoa-Gedenkens. Berlin: de Gruyter, S. 175-192, 2020. 

Vom Nutzen des Vergleichs – Abschied von der Opferkonkurrenz. In: Alexander Zinn (Hgb.), Homosexuellenverfolgung im regionalen Vergleich, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 435-449, 2020. 

 

 

**************************************************************************

 

 

Im Jahre 2020 arbeite ich an verschiedenen Aufsätzen und Vorträgen 

 

sowie am Relaunch des  Lexikons  zur  Soziologie

(die 6. neubearbeitete und erweiterte Auflage erscheint im Oktober 2020

im Springer VS Verlag)

 

**********

 

 

Im Dezember 2019 erschien unter meiner Koordination:

Band 21 von  INVERTITO  mit dem  Schwerpunkt

Nationalsozialismus und Verfolgung

homosexueller Männer und Frauen in der NS-Zeit & Erinnerungskultur

mit zehn Aufsätzen über

  • Frauenliebe   von: Laurie Marhoefer – Insa Eschebach – Anna Hájková/Birgit Bosold
  • Zwischen den Geschlechtern   von: Kirsten Plötz
  • Unter Männern   von: Lutz  van Dijk – Alexander Zinn – Burkhard Jellonnek 
  • Der Blick von heute her auf die Geschichte   von:  Sébastien Tremblay – Norbert Finzsch – Rüdiger Lautmann

    ************

 

       

Ein Video zur Vorstellung des Buchs über Guy Hocquenghem

(am 28. Mai 2018 in Wien aufgenommen): 

 https://www.youtube.com/watch?time_continue=23&v=FX626k_GUaI

 

***************

 

Erschienen im Mai 2018:

 

Georg Simmel und das Leben in der Gegenwart

 

Herausgegeben von Rüdiger Lautmann & Hanns Wienold

Wiesbaden:  Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften.  451 Seiten.

Inhalt:

Rüdiger Lautmann & Hanns Wienold    Annäherungen an Georg Simmel

Tilman Rammstedt    Simmel, das schimmernde Haustier

 

Dynamiken des sozialen Lebens

Christoph Deutschmann    Geld und ‚individuelle Freiheit’

Klaus Kraemer   Geld als ‚absolutes Mittel’? Zur Geldsoziologie der jüngeren Banken- und Finanzkrisen.

Reinhart Kößler   Moderne: Gipfel oder Wendepunkt?  Perspektiven aus dem Berliner Neuen Westen

Hanns Wienold    Armut und gesellschaftliche Moral

Walter Siebel    Eine Soziologie der Stadt

Daniela Klimke & Rüdiger Lautmann   Geschlechterverhältnis und Sexismus

 

Theorie der Gesellschaft

Rainer Schützeichel  Formen, Wechselwirkungen und Relationen. Zur Aktualität einer soziologischen Theorie

Urs Stäheli   Distanz und Indifferenz

Joachim Renn   Wechselwirkungen und Verselbständigung. Eine Theorie ‚multipler Differenzierung’

Ilse Lenz  Streit. Geschlecht. Konflikt?

Christian Papilloud   Relation. Gaston Richards Rezeption von Georg Simmel.

 

Intime Verhältnisse

Thorsten Benkel   Geld, Tausch und Intimität

Karl Lenz   Paare und Liebe

Rüdiger Lautmann & Daniela Klimke   Das Leben im Erotischen und Sexuellen

Joachim Westerbarkey   G.S. und das  Geheimnis

 

Kulturen der Transzendenz

Volkhard Krech  Die Soziologie der Religion  – neu gelesen.

Hartmann Tyrell  Das Religioide und der Glaube.  Drei Überlegungen zu einer Religionssoziologie der Zeit um 1900

Werner Fuchs-Heinritz  Das individuelle Gesetz

Eberhard Hüppe  Musik und Ethos

Sven Papcke  Jungbrunnen oder Fegefeuer?  Georg Simmel und das Kriegserlebnis 1914–1918

 

Sensationssuche auf die billige Tour

(31.Dezember 2017)    Erneut wärmt der SPIEGEL (online 30. 12. 2017, sodann in Nr. 1-2018) einen Vorgang im Berliner Jugendamt aus den 1970-1980er Jahren auf. Einige Kinder, von ihren leiblichen Eltern aufgegeben bzw. körperlich schwer misshandelt, wurden damals an Pflegeväter vermittelt, ohne deren pädophile Orientierung zu prüfen. Das war zu der Zeit möglich. Es kam zu sexuellem Missbrauch.

In dem Artikel wird mein Name genannt, im Zusammenhang mit „Vorkämpfern der pädophilen Szene“. Das ist Unsinn. Weder habe ich jemals auch nur entfernt zu dieser Szene gehört noch war/bin ich deren Vorkämpfer. Die Autorin des Artikels hat das aus ihrem eigenen Text im SPIEGEL vor einem Jahr abgeschrieben; dazu befragt hat sie mich nicht.

Die falsche Behauptung leitet sich daher, dass ich in einem sexualkriminologischen Forschungsprojekt Anfang der 1990er Jahre pädophile Männer – ohne Vorstrafe und mit behaupteter Gewaltlosigkeit – untersucht  und deren Vorgehensweisen soziologisch beschrieben habe. Mein Forschungsbericht wurde damals fachwissenschaftlich gelobt. Das ist alles. 

 

 

kürzlich publiziert: 

 

Singularität, Moral, Kollektiv. In: Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft 6, Nr. 1, 2020.

Engführungen des Erinnerns an die NS-Homosexuellenrepression und an die Shoa. In: Daniela Henke, Tom Vannasche (Hgb.), Ko-Erinnerung: Grenzen, Herausforderungen und Perspektivendes neueren Shoagedenkens. Reihe Media and Cultural Memory, Hgb. Astrid Erll und Ansgar Nünning. Berlin: de Gruyter, S. 175-192, 2020

Vom Nutzen des Vergleichs  –  Abschied von der Opferkonkurrenz. In: Alexander Zinn (Hgb.), Homosexuellenverfolgung im regionalen Vergleich, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 435-449, 2020.

Kritik am Prüfungswesen – damals und heute. In: Zeitschrift für Didaktik der Rechtswissenschaft 7 Heft 2, S. 192-127, 2020. 

Spurensuche – Sexualität in den Werken der soziologischen Klassiker (Durkheim, Weber, Simmel, Elias). In: Sven Lewandowski / Thorsten Benkel (Hgb.), Schlüsselwerke der Sexualsoziologie, Wiesbaden: Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2020.

Simmels Spuren in der Soziologie eines Jahrhunderts. 39. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Göttingen, 2019. http://publikationen.soziologie.de/index.php/kongressband_2018/article/view/1087/1391

Diversität und Einheit. Die NS-Homosexuellenrepression in der Erinnerungskultur. In: Invertito. Jahrbuch für die Geschichte der Homosexualitäten 21, S. 224-247, 2019.

Rezension zum Buch: Dirk vom Lehn, Ethnomethodologische Interaktionsanalyse (Beltz 2018), bei socialnet. www.socialnet.de/rezensionen/24940.php, 2019.

1919 bis 2019 – Recht und Politik des deutschen Sexualregimes. In: Sexuologie 26, Nr. 1-2, S. 5-16, 2019.

Rezension zum Buch: Martin Dannecker, Faszinosum Sexualität. Theoretische, empirische und sexualpolitische Beiträge (2017)  www.socialnet.de/rezensionen/23560.php

Paradoxe Effekte einer Problemgruppenkonstruktion. Repression und Emanzipation der Homosexuellen seit 1850. In: Dörte Negnal (Hgb.), Problemgruppen in Staat und Gesellschaft.Praktiken und Prozesse der Problematisierung sozialer Kollektive, Wiesbaden: Springer VS, S. 295-319, 2019.

Queerness. Theorie und Politik der Geschlechtlichkeit. In: Forum Wissenschaft, Jg. 35, Nr. 3, S. 8-12, 2018. Queerness. Theorie und Politik der Geschlechtlichkeit. In: Forum Wissenschaft, Jg. 35, Nr. 3, S. 8-12, 2018. 

Homosexualität und Homophobie – ein Trajekt der westlichen Spätmoderne. In: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften 29, Nr. 2, S. 36-58, 2018.

Diversität und Einheit. Die NS-Homosexuellenrepression in der Erinnerungskultur. In: Invertito. Jahrbuch für die Geschichte der Homosexualitäten 21, S. 224-247, 2019.

Rezension zum Buch: Dirk vom Lehn, Ethnomethodologische Interaktionsanalyse (Beltz 2018), bei socialnet. www.socialnet.de/rezensionen/24940.php, 2019.

1919 bis 2019 – Recht und Politik des deutschen Sexualregimes. In: Sexuologie 26, Nr. 1-2, S. 5-16, 2019.

Rezension zum Buch: Martin Dannecker, Faszinosum Sexualität. Theoretische, empirische und sexualpolitische Beiträge (2017)  www.socialnet.de/rezensionen/23560.php

Paradoxe Effekte einer Problemgruppenkonstruktion. Repression und Emanzipation der Homosexuellen seit 1850. In: Dörte Negnal (Hgb.), Problemgruppen in Staat und Gesellschaft.Praktiken und Prozesse der Problematisierung sozialer Kollektive, Wiesbaden: Springer VS, S. 295-319, 2019.

 

******************

 

Anlässlich meines runden Geburtstages erschien das Buch

 

Die  andere  Fakultät.  Theorie – Geschichte – Gesellschaft

 

herausgegeben von Florian Mildenberger

 

mit Beiträgen von Joachim Bartholomae, Thorsten Benkel, Martina Biebert/Michael T. Schetsche, Michael Bochow, Lorenz Böllinger, Jens Dobler, Detlef Grumbach, Gert Hekma, Manfred Herzer, Burkhard Jellonnek, Susanne Karstedt, Marita Keilson-Lauritz, Daniela Klimke, Elmar Kraushaar, Martin Lücke, Fritz Sack, Volkmar Sigusch, Kurt Starke, James Steakley, Heinz-Jürgen Voß sowie dem Schriftenverzeichnis von R. Lautmann und einem Register.

 

(396 Seiten, Hamburg: Männerschwarm Verlag, Dezember 2015)

 

 

****************

 

Berlin, am 1. Juni 2013 
In diesen Tagen wurde meine Homepage vermehrt angesteuert. Sie soll zwar sachliche Informationen über meine Arbeit vermitteln, indessen suchten manche Leute hier etwas Anrüchiges, wie es sich aus sexuellen Themen leicht saugen lässt. Anfang der Woche hatte das Magazin Focus einen Artikel veröffentlicht, um die Bürgerrechtsvereinigung Humanistische Union zu attackieren. „Seine Erkenntnisse zum Thema Sex mit Kindern verbreitet der Herr Professor als Forscher", so beginnt es da hämisch in Bezug auf mich. Die Erkenntnisse des Nachrichtenmagazins werden seit bereits 15 Jahren periodisch wiederkehrend aufgewärmt, meist allerdings in fragwürdigen Portalen wie dem verleumderischen und inzwischen abgeschalteten ‚Kreuznet'.

 

Dann werden einige Sätze aus meinem Forschungsbericht über eine empirische Studie von 1994 herausgegriffen und zusammenhanglos mit Empörung zitiert. Als Kronzeuge dient ein früherer Kollege von mir in Bremen aus einem inzwischen aufgelösten Studiengang, der mich zu Unrecht als Propagandist denunziert. Von ihm gibt es kein bedeutendes Buch, und man fragt sich, ob er so seine Lebensenttäuschung kompensiert, ständig mit dem eigenen Zwillingsbruder (dem Autor der berühmten ‚Sexfront') verwechselt zu werden. Die wiederkehrenden Kampagnen, die dann in Nichts zerfallen, bilden eine trübe Soße.

 

Die angegriffene Studie ist eine sexualkriminologische Täterforschung. Sie wurde 1989 bis 1993 an der Universität Bremen durchgeführt und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG, Schwerpunkt: Kriminologie) finanziert. Der gesamte Endbericht (zwei Bücher, mehrere Aufsätze) wurde vom Gutachtergremium abgenommen. Es ging um Täter, die nicht auffallen, weil sie erfolgreich jeden Kontakt mit Behörden vermeiden. Zugleich sind es Täter, die sich von den Missbrauchern scharf abgrenzen – eine kleine Teilgruppe, die damals auf 5 % aller Pädosexuellen geschätzt wurde. Aus diesem Kreis melden sich bis heute Aktivisten zu Wort; ihr Selbstbild und ihre Strategien mussten also interessieren.

 

Die Befragungspersonen (60 Männer) wurden im so genannten Dunkelfeld gefunden, eine bis dahin und seither einzigartige Untersuchungsgruppe, auch im internationalen Vergleich. Unsere Veröffentlichungen betrafen nur diese Teilgruppe. Seither hat sich allerdings die Diskussion um die sexuelle Kindesmisshandlung stark geändert; solche Unterscheidungen werden nicht mehr gemacht. Insofern ist der Zeitgeist über unsere Studie hinweggegangen. Für mich hatte sie ohnehin bloß ein isoliertes Projekt bedeutet, neben vielen anderen sexualsoziologischen Studien, nur ein Buch unter über einhundert Publikationen aus dem weiten Bereich der Geschlechter und Sexualformen. (Mehr dazu: auf der Seite Sexualität – soziokulturell).

 

Vier Jahre nach dem Erscheinen des Buchs begannen die Versuche von Journalisten und Aktivisten bestimmter Richtungen, mich an den Pranger zu stellen. Dazu hantieren sie mit verkürzten Formulierungen, oft aus zweiter Hand und ohne jedes Hintergrundsverständnis. Das ist auch kein Wunder, denn fast nie geht es um den Schutz von Kindern. Der damalige FAZ-Polemiker Konrad Adam wollte 1998 die Universität Bremen diffamieren. Später suchte eine gewisse Fraktion des Feminismus nach einem Reibepunkt, um die eigenen Reihen zu schließen. Der Publizist Gerhard Amendt, der selber Mütter als sexuell übergriffig entlarven will und sich dafür auf dubiose Empirie stützt, attackiert den österreichischen Schriftsteller Josef Haslinger. Als 2010 die katholischen Internate zur Debatte standen und die Humanistische Union den Bischof von Regensburg Müller (inzwischen Nach-Nachfolger Ratzingers in der römischen Glaubenskongregation) kritisierte, wurde der Beirat der Vereinigung Stück für Stück auseinander genommen. Als es in diesem Jahr in Berlin um die Umbenennung der Einemstraße ging (der Patron war ein preußischer Militarist mit verhängnisvoller Politik) und ich ein Gutachten dazu erstattete, wurden die persönlichen Vorwürfe aus dem Internet hervorgezogen. Seit die Herbstwahlen 2013 bevorstehen, darunter zum Landtag in Bayern mit ‚drohender' Ampelkoalition, wird die dortige FDP-Vorsitzende Leutheusser-Schnarrenberger unter Beschuss genommen (der eingangs geschilderte Fall Focus). Diese Versuche verpuffen, aber sie sind lästig und irreführend. Und allen diesen Fällen – es gibt noch mehr davon – ist eines gemeinsam: Die korrekte Moral und der berechtigte Kinderschutz werden beschworen, um ganz andere Zwecke zu erreichen. Das nennt man Heuchelei.

 

**************

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Rüdiger Lautmann