AKTUELLES

 

Anfang Dezember 2016 sprach ein Artikel im SPIEGEL von mir als dem Autor des Pädophilie verherrlichenden Buches 'Die Lust am Kind'. Und stellte mich in eine merkwürdige Reihe mit bestraften Vorkämpfern der Szene. Wie schön-schlimm! Gegendarstellung zwecklos.

Marita Keilson tröstete mich mit der Vermutung, die Artikelschreiber hätten von dem Buch wohl nicht mehr als den Titel gelesen. Soll man nun anfangen, über die verschiedenen Bedeutungen des Wortes (bzw. Hammers) 'Pädophilie' zu reden? Und über den Unterschied zwischen einer sozialwissenschaftlichen Beschreibung und einer Verherrlichung? Nein.

 

 

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Anlässlich meines jüngsten Geburtstages erschien das Buch

 

Die  andere  Fakultät.  Theorie – Geschichte – Gesellschaft

 

herausgegeben von Florian Mildenberger

 

mit Beiträgen von Joachim Bartholomae, Thorsten Benkel, Martina Biebert/Michael T. Schetsche, Michael Bochow, Lorenz Böllinger, Jens Dobler, Detlef Grumbach, Gert Hekma, Manfred Herzer, Burkhard Jellonnek, Susanne Karstedt, Marita Keilson-Lauritz, Daniela Klimke, Elmar Kraushaar, Martin Lücke, Fritz Sack, Volkmar Sigusch, Kurt Starke, James Steakley, Heinz-Jürgen Voß sowie dem Schriftenverzeichnis von R. Lautmann und einem Register.

 

(396 Seiten, Hamburg: Männerschwarm Verlag, Dezember 2015)

 

 

Zuletzt erschienen:

 

Die Sexualordnung – vom Krieg her gedacht. Querdenken bei Michel Foucault. In: Zeitschrift für Sexualforschung 29, Heft 4 (Dezember), 2016.

 

Hgb. mit Daniela Klimke:  Sexualität und Strafe.  Beiheft 11 zum Kriminologischen Journal. 317 Seiten, Weinheim: Beltz-Juventa 2016.

 

Hgb. mit Ralf Lottmann und María do Mar Castro Varela:  Homosexualität_en und Altern. Ergebnisse aus Forschung und Praxis. 247 Seiten. Wiesbaden: Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften 2016.

 

mit Daniela Klimke: 1. Zur Produktivität des Strafrechts im sexuellen Feld,  2. Die mediale Konstitution der Moralpanik um die Missbrauchsdelikte. In: dies. (Hgb.): Sexualität und Strafe. Beiheft 11 zum Kriminologischen Journal. Weinheim: Beltz-Juventa, S. 5-16 bzw. 223-245, 2016.

 

Der ‚erste Schwule’?  Heinrich Hössli neu lesen. In: Capri 50, S. 108-119, 2016. 

Artikel Pink Triangle, in Nancy Naples, Hgb.: The Wiley-Blackwell Encyclopedia of Gender and Sexuality Studies, Hoboken, N.J.: John Wiley 2016.

 

mit Daniela Klimke:  Opferorientierungen im Bereich Kriminalität und Strafe. In: Roland Anhorn/ Marcus Balzereit, Hgb.: Handbuch Soziale Arbeit und Therapeutisierung. Wiesbaden: Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 549-581, 2016.

 

Artikel ‚Pink Triangle’, in Nancy Naples, Hgb.: The Wiley-Blackwell Encyclopedia of Gender and Sexuality Studies, Hoboken, N.J.: John Wiley, 2016.

 

Die soziokulturelle Lebensqualität von Lesben und Schwulen im Alter. In: Lottmann/Lautmann/Castro de Varela, Hgb.: Homosexualität_en und Altern. Ergebnisse aus Forschung und Praxis. Wiesbaden: Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 15-50, 2016.

 

mit Daniela Klimke: Die mediale Konstitution der Moralpanik um die Missbrauchsdelikte. In: Verhandlungen des 37. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. 2016. http://publikationen.soziologie.de/index.php/kongressband/article/view/176/pdf_97

 

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Aus aktuellem Anlass.

 

23. November 2014.     >Reinigungsfachkräfte< am Werk.   Wenn ich die neuesten Artikel in der FAS und FAS lese, dann drängt sich Eindruck auf: Nicht um Bericht und Kommentar geht es, wie sonst im Journalismus üblich, sondern handfest um Säuberungen. In Vereinen und Gremien, die mit Sexualpädagogik zu tun haben, wird nach Personen gesucht, die sich anschwärzen lassen. Kommen dann Namen wie z. Zt. Trittin, Tuider oder Lautmann vor, geht die Kampagne los. Die hatten zwar nie etwas mit Kindesmissbrauch zu tun, aber sie sollen da etwas verharmlost oder unterschrieben haben. Die Methode gleicht derjenigen des Volkswartbundes aus den 1960er Jahren.

 

Für Qualitätsmedien eine zweifelhafte Sache und gewiss mit der Redaktionsleitung abgesprochen. Das politische Ziel ist klar: die Politik der sexuellen Vielfalt soll entlegitimiert werden, Sexualkundeunterricht erneut unterbunden werden. Schaut man sich die Protagonisten und Medien an, dann zeigt sich die gewohnte Front von Rechts gegen Links. Auch AfD steht als Koalitionspartner am Horizont.

 

Das „Modewort Pädophilie“ (Ulf Erdmann Ziegler im Deutschlandfunk), ein dunkler Begriff, hat sich als kampagnentauglich erwiesen, als Mittel zum Zweck. Noch weicht die Öffentlichkeit schreckhaft zurück, sobald es im Raume steht – statt hinzusehen und nachzufragen, was genau hier verhandelt wird.

 

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Berlin, 15. November 2014.  Erneut wird Wind in die Segel geblasen, und diesmal kommt die Energie aus dem Hause Frankfurter Allgemeine (die sich früher sehr sachlich zum Thema Sexualmoral verhalten hat und eine wohltuende Ausnahme auch im Bereich der Qualitätszeitungen gewesen ist). Mein Name wird genannt, es werden Texte aus den 1980-1990er Jahren ausgegraben. Tatsächlich habe ich mich ja seit 1972 – neben vielen anderen Themen – mit dem Sexualstrafrecht beschäftigt; am Anfang stand die Befragung einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe zu den Vorurteilen gegenüber Homosexuellen und ledigen Müttern/nichtehelichen Kindern.

 

Im Jahre 1980 erschien mein Artikel ‚Sexualdelikte – Straftaten ohne Opfer?’ (Zeitschrift für Rechtspolitik, Heft 2, S. 44-49). Darin beleuchtete ich den Rechtsgüterschutz bei Pornographie, Prostitution, Pädophilie, Inzest und Exhibitionismus; dazu meldete ich Fragen an – nicht mehr. Heute wird fälschlich behauptet, ich sei für die Freigabe des sexuellen Missbrauchs eingetreten. Das Fragezeichen wird übersehen oder absichtsvoll weggelassen.

 

Während die öffentliche Meinung bei den Problemen um die Prostitution, Pornographie usw. bis heute kontrovers diskutiert und alle Positionen erlaubt, gibt es bei der Pädophilie nur eine Einheitsposition. Meine Texte dazu behandelten nie den zahlreichen und verabscheuungswürdigen Missbrauch, sondern den recht seltenen Spezialfall der ‚strukturierten Pädophilie’. Für einige Jahre war dieser Fall dem Missbrauch zugeschlagen worden; heute machen sich sexualwissenschaftliche Experten wieder für eine Unterscheidung stark (genannt seien Klaus M. Beier vom Charitéprojekt ‚Kein Täter werden’ und die Kriminologin Monika Frommel, in der Zeitschrift Vorgänge Nr. 204, S. 4-5).

 

Entgegen den Falschmeldungen stelle ich also fest: Ich bin kein ‚Befürworter’ des Missbrauchs oder der Pädophilie; vielmehr habe ich versucht, die pädophilen Täter zu verstehen und ihre Vorgehensweisen zu beschreiben. Niemals habe ich für eine Abschaffung des Sexualstrafrechts oder eine Aufhebung des § 176 StGB votiert. Gerade diese Forderung fand ich stets äußerst seltsam. Was mir vorgeschwebt haben mag, war die Möglichkeit, dass die Justiz bei der Bestimmung des Strafmaßes im Einzelfall berücksichtigt, welche Art von sexueller Aggression vorliegt. Aber auch das war nie mein Thema – sondern die sexualsoziologische und -kriminologische Aufklärung, was bei den so unbegreiflich erscheinenden Handlungen geschieht. Dagegen hat sich bislang nie Kritik erhoben.

 

Die aktuelle Welle der Empörung gilt den ‚eigenen Reihen’ wohlanständiger Vereinigungen, von der ProFamilia über die Parteien bis hin zur Wissenschaft. Sie müssen immer schon auf dem heutigen Erkenntnis- und Sensibilitätsstand gewesen sein – sonst wehe ihnen. Auf den politischen Hintergrund der anachronistischen Kampagnen sei abermals hingewiesen: In Bund und Ländern kündigen sich einige Regierungskoalitionen an, welche die CDU in die Opposition verweisen würden. Dagegen kommt jede Diffamierung recht. Das Mittel hat sich schon öfter bewährt: Die Grünen mussten Niederlagen hinnehmen, wie schon in den USA Präsident Bush jr. seine zweite Amtszeit mit einer Kampagne in Sachen Homo-Ehe gewonnen hat. Bei uns setzt neuerdings die AfD auf dieses Pferd. Politik mit Sexualität, das ist ebenso unappetitlich wie der Medienrenner sex&crime. Sexualwissenschaft und Geschlechtserziehung kommen unter die Räder, wie in der Bundesrepublik gegenwärtig zu beobachten ist; auch dies ein Anliegen bestimmter politischer und religiöser Strömungen. 

 

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Berlin, am 1. Juni 2013 .
In diesen Tagen wird meine Homepage vermehrt angesteuert. Sie soll zwar sachliche Informationen über meine Arbeit vermitteln, indessen suchen manche Leute hier etwas Anrüchiges, wie es sich aus sexuellen Themen leicht saugen lässt. Anfang der Woche hatte das Magazin Focus einen Artikel veröffentlicht, um die Bürgerrechtsvereinigung Humanistische Union zu attackieren. „Seine Erkenntnisse zum Thema Sex mit Kindern verbreitet der Herr Professor als Forscher", so beginnt es da hämisch in Bezug auf mich. Die Erkenntnisse des Nachrichtenmagazins werden seit bereits 15 Jahren periodisch wiederkehrend aufgewärmt, meist allerdings in fragwürdigen Portalen wie dem verleumderischen und inzwischen abgeschalteten ‚Kreuznet'.

 

Dann werden einige Sätze aus meinem Forschungsbericht über eine empirische Studie von 1994 herausgegriffen und zusammenhanglos mit Empörung zitiert. Als Kronzeuge dient ein früherer Kollege von mir in Bremen aus einem inzwischen aufgelösten Studiengang, der mich zu Unrecht als Propagandist denunziert. Von ihm gibt es kein bedeutendes Buch, und man fragt sich, ob er so seine Lebensenttäuschung kompensiert, ständig mit dem eigenen Zwillingsbruder (dem Autor der berühmten ‚Sexfront') verwechselt zu werden. Die wiederkehrenden Kampagnen, die dann in Nichts zerfallen, bilden eine trübe Soße.

 

Die angegriffene Studie ist eine sexualkriminologische Täterforschung. Sie wurde 1989 bis 1993 an der Universität Bremen durchgeführt und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG, Schwerpunkt: Kriminologie) finanziert. Der gesamte Endbericht (zwei Bücher, mehrere Aufsätze) wurde vom Gutachtergremium abgenommen. Es ging um Täter, die nicht auffallen, weil sie erfolgreich jeden Kontakt mit Behörden vermeiden. Zugleich sind es Täter, die sich von den Missbrauchern scharf abgrenzen – eine kleine Teilgruppe, die damals auf 5 % aller Pädosexuellen geschätzt wurde. Aus diesem Kreis melden sich bis heute Aktivisten zu Wort; ihr Selbstbild und ihre Strategien mussten also interessieren.

 

Die Befragungspersonen (60 Männer) wurden im so genannten Dunkelfeld gefunden, eine bis dahin und seither einzigartige Untersuchungsgruppe, auch im internationalen Vergleich. Unsere Veröffentlichungen betrafen nur diese Teilgruppe. Seither hat sich allerdings die Diskussion um die sexuelle Kindesmisshandlung stark geändert; solche Unterscheidungen werden nicht mehr gemacht. Insofern ist der Zeitgeist über unsere Studie hinweggegangen. Für mich hatte sie ohnehin bloß ein isoliertes Projekt bedeutet, neben vielen anderen sexualsoziologischen Studien, nur ein Buch unter über einhundert Publikationen aus dem weiten Bereich der Geschlechter und Sexualformen. (Mehr dazu: auf der Seite Sexualität – soziokulturell).

 

Vier Jahre nach dem Erscheinen des Buchs begannen die Versuche von Journalisten und Aktivisten bestimmter Richtungen, mich an den Pranger zu stellen. Dazu hantieren sie mit verkürzten Formulierungen, oft aus zweiter Hand und ohne jedes Hintergrundsverständnis. Das ist auch kein Wunder, denn fast nie geht es um den Schutz von Kindern. Der damalige FAZ-Polemiker Konrad Adam wollte 1998 die Universität Bremen diffamieren. Später suchte eine gewisse Fraktion des Feminismus nach einem Reibepunkt, um die eigenen Reihen zu schließen. Der Publizist Gerhard Amendt, der selber Mütter als sexuell übergriffig entlarven will und sich dafür auf dubiose Empirie stützt, attackiert den österreichischen Schriftsteller Josef Haslinger. Als 2010 die katholischen Internate zur Debatte standen und die Humanistische Union den Bischof von Regensburg Müller (inzwischen Nach-Nachfolger Ratzingers in der römischen Glaubenskongregation) kritisierte, wurde der Beirat der Vereinigung Stück für Stück auseinander genommen. Als es in diesem Jahr in Berlin um die Umbenennung der Einemstraße ging (der Patron war ein preußischer Militarist mit verhängnisvoller Politik) und ich ein Gutachten dazu erstattete, wurden die persönlichen Vorwürfe aus dem Internet hervorgezogen. Seit die Herbstwahlen 2013 bevorstehen, darunter zum Landtag in Bayern mit ‚drohender' Ampelkoalition, wird die dortige FDP-Vorsitzende Leutheusser-Schnarrenberger unter Beschuss genommen (der eingangs geschilderte Fall Focus). Diese Versuche verpuffen, aber sie sind lästig und irreführend. Und allen diesen Fällen – es gibt noch mehr davon – ist eines gemeinsam: Die korrekte Moral und der berechtigte Kinderschutz werden beschworen, um ganz andere Zwecke zu erreichen. Das nennt man Heuchelei.

 

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An der Universität Bremen hatte ich die letzte Lehrveranstaltung Mitte 2010; zur selben Zeit habe ich auch die Leitung des ISIP-Instituts in Hamburg niedergelegt. Im jetzt begonnenen Berliner Lebensabschnitt versuche ich, meine Erfahrungen aus den Jahrzehnten als Hochschullehrer auf einigen praktischen Handlungsfeldern einzubringen. Dazu gehören sozialpolitische Projekte und einzelne Baustellen einer Infrastruktur für die LSBT*IQ-Community. (Zu dem Kürzel siehe unten die Seite Studien zur Heteronormativität.) Beispielsweise arbeite ich in der wissenschaftlichen Begleitung für ein integratives Altenwohnprojekt mit (Beirat des GLESA-Projekts an der Alice-Salomon-Hochschule sowie der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin).
Zu den Vorhaben, die mich derzeit beschäftigen, zählt die Herausgabe eines Sammelbandes (mit Florian Mildenberger und Jakob Pastötter: Homosexualität im Spiegel der Wissenschaften) sowie eines Themenhefts zum Strafrecht in der Zeitschrift für Rechtssoziologie. Das Arbeiten höret nimmer auf.

 

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Im Herbst 2011 brachte der VS Verlag für Sozialwissenschaften ein Buch neu heraus, das vor vierzig Jahren geschrieben wurde: Justiz – die stille Gewalt. Teilnehmende Beobachtung und entscheidungssoziologische Analyse. Dazu habe ich jetzt ein Vorwort geschrieben, um den Anschluss an die aktuelle Justizforschung herzustellen. Die Neuausgabe enthält auch den Artikel Hierarchie im Richterkollegium (1972), der damals zahlreiche Zuschriften hervorgerufen hat.

 

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Und hier noch eine Kurzvorstellung, die ich kürzlich für die Zeitschrift für Familienforschung geschrieben habe.

 

Rüdiger Lautmann war seit 1971 (o.) Professor im FB Sozialwissenschaften an der Universität Bremen und lebt in Berlin. Die Arbeitsbiographie verlief auf zwei Geleisen. Zum einen im Rahmen seiner Professur »Allgemeine Soziologie und Rechtssoziologie«, worin er lehrte und publizierte (Bücher): Wert und Norm (Westdt. Verl. 1969); Justiz – die stille Gewalt (Fischer-Athenäum 1972); Lexikon zur Soziologie (Mithgb., 1973, VS-Verlag, 5. neubearb. Aufl., 2010). Hinzutrat ein Schwerpunkt in der Kriminalsoziologie: drei mit herausgegebene Sammelbände zur empirischen Polizeiforschung zu Anfang der siebziger Jahre. Neuere Buchpublikationen sind: Septemberterror – Krieg oder Verbrechen? sowie Körper und Verbrechen (Themenhefte des Kriminologischen Journals Juventa 2002 bzw. 2003); Punitivität (Mithgb., Juventa 2004) und Fremde als Ordnungshüter? Die Polizei in der Zuwanderungsgesellschaft Deutschland (Mitautor, VS-Verlag 2010).

 

Ein zweiter Strang befasst sich mit der Geschlechter- und Sexualsoziologie: Die Gleichheit der Geschlechter und die Wirklichkeit des Rechts (VS-Verlag 1990). Mit dem Sammelband Seminar: Gesellschaft und Homosexualität (Suhrkamp: 1977) hatte er ein öffentliches Coming-out als homosexueller Wissenschaftler »begangen«. Es folgten: Der Zwang zur Tugend. Die gesellschaftliche Kontrolle der Sexualitäten (Suhrkamp 1984); Nationalsozialistischer Terror gegen Homosexuelle (Schöningh 2002). Nicht unumstritten waren Bücher in sexualpolitischen Minenfeldern: Das pornographierte Begehren (mit Michael Schetsche, Campus 1990); Die Lust am Kind. Portrait des Pädophilen (Ingrid Klein Verl. 1994) und Ausgrenzung macht krank. Homosexuellenfeindschaft und HIV-Infektionen (Westdt. Verl. 2000). Eine autobiographische Zwischensumme wurde gezogen: Der Homosexuelle und sein Publikum. Ein Spagat zwischen Wissenschaft und Subkultur (Männerschwarm Verl. 1997). All das mündete in einem Lehrbuch: Soziologie der Sexualität. Erotischer Körper, intimes Handeln und Sexualkultur (Juventa 2002).

 

Ein aktuelles Interesse – neben den virulent gebliebenen Themen der bisherigen Arbeit – gilt der Verfolgung sozialer Randgruppen in den NS-Konzentrationslagern und den Merkwürdigkeiten der Gedenkkultur: Körperzwang im Konzentrationslager. Zu einer Soziologie der Rechtlosigkeit (Zeitschrift für Rechtssoziologie 2007); The social order of commemoration. Why Jehovah's Witnesses, Gays and 'Criminals' were remembered so late (in: Beyond Camps and Forced Labour. Current International Research on Survivors of Nazi Persecution 2008).

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© Rüdiger Lautmann